Tridentinischer Kalender 2001

CHF 6.00

Thema: Erzengel Michael – Brauchtum, Kunst und Verehrung des heiligen Erzengels Michael. Mit tridentinischem Heorotologium

Format: 25 x 34,5 cm)
Seiten: 52
Bilder: reich bebildert
Verlag: Franziska-Verlag

Artikelnummer: K01 Kategorie: Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Beschreibung

Der heilige Bruder Klaus, Landesvater der Schweiz, warnte die damaligen Zeitgenossen, die «sauer verdiente» Freiheit nicht auf das Spiel zu setzen. Tatsächlich hatten die ersten Eidgenossen tapfer kämpfen müssen, um ihre Eigenständigkeit zu beweisen. Wie wir aus sicheren Quellen wissen, war das Gebet und das Vertrauen auf Gott eine Komponente, die zum wahren Charakter der früheren Eidgenossen gehörte. Man betete vor der Schlacht, wohl wissend, dass Gedeih und Verderb von höherer Macht abhängig ist.

Ein namhafter Fürst mit einer Vielzahl von Kämpfenden befolgte diesen Rat lange vor der Gründung der Eidgenossenschaft: es ist Sankt Michael, den wir als Anführer der himmlischen Kriegsschar anflehen. Wer Sankt Michael bejaht, bekennt sich gezwungenermassen auch zum Streit zwischen Gut und Böse. Unter «Säkularisation» verstehen wir heute die Verweltlichung oder Zweckentfremdung des Sakralen zum Weltlichen. Das Wort stammt aus dem lateinischen Wort «sæculum» und verweist uns auf das geflügelte Wort «ein Kind seines Jahrhunderts». Die Bilderstürmer, Reformatoren und Revolutionäre waren Kinder ihres Jahrhunderts: was sie als gut oder schlecht empfanden (gemäss den Vorgaben ihres Jahrhunderts) wurde mit Gewalt durchgeführt.

Als Kontrast zur «Säkularisation» begegnet uns das Wirken des heiligen Michael. Er handelt nicht selbst, sondern verweist auf Gott: Imperat tibi Deus! (Gott gebiete Dir!) So kommt diese Stelle im Grossen wie im Kleinen Exorzismus oftmals vor: «Imperet tibi …» Es gebiete Dir …

Wenn Sankt Michael ein Hauptpatron der katholischen Kirche ist, verweist er auch auf die Stärke der Kirche: Es ist eine ständige Berufung auf DEN, der die Kirche leitet. Von daher verstehen wir auch die Unmöglichkeit für Kirchenführer, die Kirche nach eigenen Rezepten zu gestalten.

Mit grosser Genugtuung stellte ich fest, dass die Stadt Zug unter dem Schutze dieses mächtigen Engelsfürsten steht. Etliches an Erinnerungsstücken ist verschwunden: Das «Michaelsthor» ist 1863 abgerissen worden die ehemalige Pfarrkirche St. Michael wurde 1898 niedergelegt, wobei der prunkvolle Hochaltar ins Ausland verkauft wurde. Wertvolle Wandmalereien, Statuen, Monstranzen usw. gelangten in Kirchen und Museen der Schweiz.

Eine Erneuerung des kirchlichen Lebens hängt wesentlich davon ab, ob wir die richtigen Waffen zur Erlangung des Heiles ergreifen. Die Sturmschar des heiligen Michael lädt uns ein, uns ihr anzuschliessen. Die zahlreichen Abbildungen des vorliegenden Kalenders unterstreichen das wichtige Anliegen: Die Verehrung des Engelsfürsten Michael, die Nachahmung seiner Demut (bewusste Abhängigkeit von Gott), seiner Hingabe (er kämpft getreu für seinen Herrn), seines Amtes als Seelenwäger (er geleitet die Seelen an den Ort der Reinigung oder in den Himmel).